Kulturreisen + Fortbildungsveranstaltungen | Matthias Quast

Die Idee. Das Kulturprojekt amphitheatrum fördert auf verschiedenen Ebenen den internationalen, auf Italien fokussierten Austausch. amphitheatrum steht für das Zusammenführen zweier Größen (amphi) auf einer gemeinsamen Plattform (theatrum): Hier der ausländische Gast, dort der ideale Standort Spoleto, der sich mit seiner dreitausendjährigen Geschichte, seiner Kunst und Architektur, seinem Umland öffnet. Oder: Das theatrum Spoleto als internationaler Treffpunkt, als Ort des Dialogs.

amphitheatrum wendet sich in erster Linie an Universitäten und Kulturinstitute. Für sie kuratiert der Kunst- und Architekturhistoriker Dr. Matthias Quast Summer Schools, Italianistik-Seminare, Sprachkurse und Studienexkursionen. Jede Veranstaltung wird auf die Bedürfnisse der jeweiligen Institution zugeschnitten. Die Ausarbeitung der Programme erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der interessierten Einrichtung und dem Kurator, der wiederum Experten heranziehen und sich der Unterstützung der lokalen Institutionen versichern kann. Er verantwortet die Organisation, Koordination und Logistik einschließlich der Unterbringung in geeigneten Quartieren und der Bereitstellung idealer Unterrichtsräume. Bei der Vermittlung kunst- und architekturhistorischer Inhalte stellt er seine Italianistik-Kompetenz zur Verfügung: Matthias Quast blickt auf eine über 25jährige Italien-Erfahrung zurück und war von 1998 bis 2014 in Spoleto ansässig.

Spoleto, am südlichen Ausgang der Valle umbra und nur 130 km nördlich von Rom landschaftlich einmalig schön gelegen, besaß größte historische Bedeutung als Hauptstadt eines ausgedehnten langobardischen Territoriums, blickt aber auf eine römische und vorrömische, umbrische Vergangenheit zurück. Im Mittelalter behielt es als Festungsstadt des Kirchenstaats strategische Bedeutung. Der natürliche Reichtum des Umlandes führte in der Neuzeit zu einer diskreten Modernisierung des Stadtbildes. Alle diese Epochen sind im Stadtgefüge ablesbar geblieben. In der Nachkriegszeit schließlich sorgte die Gründung des Musik- und Kulturfestivals dei Due Mondi für internationales Renommée.

Die Stadt, die zudem über geeignete Veranstaltungsorte, preislich günstige Unterbringungsmöglichkeiten und eine vorzügliche Gastronomie verfügt, erschien nicht nur als Standort eines Festivals ideal. Sie ist es auch für universitäre Einrichtungen, zumal diese von den zahlreichen am Ort ansässigen Kulturinstitutionen profitieren können. Zu nennen wären vor allem das Centro Italiano di Studi sull’Alto Medioevo (Stiftung C.I.S.A.M.), das eng mit der Universität Perugia verbunden ist, das Teatro Lirico Sperimentale, die Fondazione per la conservazione e il restauro dei beni librari (Schule für Buch- und Papierrestaurierung) und das Spoletiner Staatsarchiv.

Matthias Quast hat das Kulturprojekt amphitheatrum 2006 vor einem faszinierenden Hintergrund ins Leben gerufen: Die Kommune Spoleto beabsichtigt, in einem Teil der Altstadt, der sogenannten area dell’anfiteatro, ein Quartiere universitario zu schaffen, eine campusartige Infrastruktur, bespielbar von Kultureinrichtungen aus der ganzen Welt: Sie werden hier im Bereich der Geisteswissenschaften, der Architektur und der Denkmalpflege sowie des Theaters Veranstaltungen anbieten. Dabei kann der komplexe Prozeß der Restaurierung des Areals selbst Gegenstand des Studiums sein, handelt es sich doch um die beeindruckende Übereinanderschichtung von Bauten, die die fast zweitausendjährige Geschichte des Ortes wiederspiegeln: Sie beginnt wohl mit dem römischen Amphitheater des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, dessen Substruktionen noch erhalten sind, setzt sich mit den Klosterbauten fort, die sich zwischen dem Mittelalter und dem 18. Jahrhundert eingenistet haben, und mit deren militärischer Nutzung im 19. und 20. Jahrhundert. Im Jahr 2000 ging das Areal an die Stadt Spoleto über. Die Sanierungsarbeiten kamen allerdings rasch ins Stocken; seither ist der Komplex dem Verfall preisgegeben.

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